"Bildung ist, was übrigbleibt, nachdem man vergessen hat, was man in der Schule gelernt hat" - Albert Einstein

Ästhetisches erleben als Treibstoff der Psyche

2002 legte S. Voigt am Institut für Theoretische Psychologie Bamberg unter Anleitung des Leibniz-Preisträgers Prof. Dietrich Dörner eine Doktorarbeit über die psychologischen und mentalitätsgeschichtlichen Strukturen von ästhetischer Wahrnehmung vor. Der Text beinhaltete ein Modell der menschlichen Informationsverarbeitung, das formalisiert ist wie ein Computerschaltplan zur Erschaffung von Künstlicher Intelligenz. Diese Systemtheorie erhielt den Universitätspreis der Universität Bamberg und wurde mit summa cum laude bzw. der Note 0,00 bewertet.

DIE KONSTRUKTIONSPLÄNE DER PSYCHE

Sobald Ästhetiktheorie fachübergreifend mit anderen geistes- und naturwissenschaftlichen Disziplinen vernetzt wird, kommen stets gleich bleibende Strukturen ästhetischen Erlebens zum Vorschein.
Diese Strukturen funktionieren unabhängig von jeweiligen Fachjargons, Einzelgeschmäckern oder Epochen – und sie zeigen: Ästhetisches Erleben ist keineswegs nur von akademischem Interesse. Schönheitsempfinden spielt in jeder Disziplin eine entscheidende Rolle, angefangen von der intrinsischen Motivation der Psychologie bis hin zu theologischer „Erleuchtung“ oder der Produktpräsentation einer Werbekampagne.

Die Rechenautomaten haben etwas von den Zauberern im Märchen. Sie geben einem wohl, was man sich wünscht, doch sagen sei einem nicht, was man sich wünschen soll.

Norbert Wiener

 

 

 

ALLROUND KNOWLEDGE

Diese Art dieser Beschreibung von Bewusstsein bietet darüber hinaus Zugriff auf Argumentationslücken der Forschung, wie zum Beispiel religiöse Erlebnisphänomene. Sie erklärt, warum der kompetente Umgang mit Unbestimmtheit, also blinden Flecken im Denksystem so wichtig ist. Oder warum es in archaischen Gesellschaften grausame Initiationsriten gab, warum diese Riten die Anerkennung als Erwachsener einbrachten – und warum nach dieser Logik unsere heutige Gesellschaft ein kognitiver Kindergarten wäre.

Das Modell ermöglicht neue Sichtweisen auf alte Themen: Die ästhetischen Komponenten von Burn-Out und Schizophrenie, der verbotene Reiz des Sinnlichen, die Lust am Schrecklichen im Krieg, die Rolle von ästhetischen Formeln in Geschäftsberichten oder die noch unerforschten Aspekte von Kreativität. Solche Beispiele ergeben ein pragmatisches Kompendium an alltags- und wirtschaftsrelevantem Hintergrundwissen aus den Natur- und den Geisteswissenschaften – einen Crash-Kurs in der Kunst des Denkens.

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